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Mamas Liebling

Am Wochenende nach Ostern waren wir bei meinen Eltern zu Besuch.
Während mein Liebster sich der Pflege seines Autos widmete ging ich meiner Mutter im Haushalt zur Hand - oder wollte es zumindest tun, bis ich auf dem Weg ins nächste Stockwerk auf der Treppe einen Blick auf die Orchideen warf.
Wie schon erwähnt blühen die Orchideen meiner Mutter immer wieder und wochenlang. Doch als ich auf einem Blatt einen Wassertropfen sah, der sich beim Wegwischen als klebriger Schmier erwies, schaute ich mal nicht auf die tollen Blüten, sondern auf die Blätter.

Schildläuse.

Erst dachte ich, dass nur eine der 5 Orchideen auf der Fensterbank befallen sei, doch schnell wurde klar, dass jede einzelne auf der Fensterbank beheimatete Orchidee ein paar der Schädlinge beherrbergte.
Statt also zum Staubsauger zu greifen und in unserem Gästezimmer zu saugen, beschloss ich, meinen Freund Allergiker sein zu lassen und lieber die Orchideen zu entlausen.

Also Zahnbürste geschnappt, Eimerchen mit lauwarmem Wasser gefüllt und dann eine Orchidee nach der anderen auf die warme Terasse tragen und entlausen.
Doch schnell musste ich feststellen, dass die Läuse nicht das schlimmste waren, obwohl ich hier schon fast am verzweifeln war.
Leider habe ich keine Bilder gemacht, aber ich habe dank google einen ähnlich schlimmen Befall gefunden, wenn auch nicht an einer Orchidee (glaube ich zumindest):
http://zimmerpflanzen.ws/wp-content/uploads/2007/10/schildlaeuse.jpg

Beim Säubern der Orchideen holte ich diese natürlich aus ihren Übertöpfen heraus und stieß gleich auf das nächste Problem: bereits die zweite Orchidee bekam ich zunächst nicht aus ihrem Topf heraus!
Was war passiert?
Da die Orchideen bereits seit Jahren in ihrem kleinen Topfchen saßen, hatten sich die Wurzeln aus den Abzugslöchern geschoben. Da meine Mutter vorwiegend epiphytische Arten hat, hatten sich die Wurzeln anderen Halt gesucht und waren an der Topfwand und am Boden festgewachsen.
Schnell war der Beschluss gefasst: Aus saugen wird heute nichts mehr, wir topfen die Orchideen um!

"Schnell" also in den nächsten Gartenbaumarkt (da wollte Mama ja sowieso hin...), Orchideensubstrat, Unter- und Übertöpfe kaufen. An einem sonnigen, Gutwetter-Samstag im Frühjahr.
Nachdem wir uns durch eine schlechtsortierte Gartenbedarfhölle gequält hatten, kamen wir wieder zu Hause an und machten uns (mein Freund und ich) ans umtopfen.

Die erste Orchidee bewies bereits: die gekauften Untertöpfe waren gerade noch passend. Ein Umtopfen in 3 Jahren ist ausgeschlossen, vermutlich muss Mama (oder ich) schon im nächsten Frühjahr wieder ran.
Durch die starke verwachsung der Wurzeln untereinander und mit den Topfwänden hatte es bereits erste Wurzelschden gegeben, also die nächste schlechte Nachricht an meine Mutter, nachdem ich eine Orchidee trotz meiner Liebe zu allem, was grünt, bereits als "nicht zu retten" ausortiert hatte, da die Schildläuse nicht nur auf Blatt und Blütentrieb lustig schmausten sondern sich bereit in die Blattachseln, das Herz und die ausgebreitet hatten (doch zu dieser Orchidee gleich noch etwas mehr). Nicht alle Orchideen würden die Umtopfaktion unbeschadet überstehen, mit Verlusten musste ab jetzt fest gerechnet werden...

Doch nicht genug mit verletzten Wurzeln und Schildlausplage.
Als ich die nächste Orchidee vorsichtig aus ihrem Topf befreien wollte (die starkverlauste, bei der ich wenigstens mal "gucken" wollte, ob sie nicht doch noch irgendwie zu retten sei), hielt ich plötzlich alles an grün in der Hand, was sie zu bieten hatte. Ich hatte mich schon darüber gewundert, dass die Orchidee so luftwurzellos in ihrem Töpfchen hockte, jetzt wusste ich warum:
Das Substrat war statt eines lockeren, leicht feuchtem Matrial eine schwarze, schmierige Pampe aus zersetzter Rinde, Schaumstofffetzen und Wurzeln.
Kurzerhand landete diese Orchidee nun tatsächlich im Müll.

Auch bei 2 Weiteren Orchideen war das Substrat nicht mehr als solches zu erkennen und die Schere kam nicht zur Ruhe beim Wurzelrückschnitt.
Eine andere Orchidee wiederrum hatte außer vertrocknetem Gestrüpp nicht mehr viel in der Erde, doch auch dazu später mehr.

Die Orchideen wurden also ausgetopft, vom Substrat befreit, sofern das möglich war und genaustens auf schadhafte Stellen untersucht, um dann in neuen, etwas größeren (aber trotzdem ziemlich knapp bemessenen) Töpfen zu landen.

Drei Orchideen (von denen allerdings 2 im Gegensatz zu den anderen 9 im Erdgeschoss standen) waren Tatsächlich Laus-frei und zusätzlich auch "nur gerade so" umtopf-reif und werden die Aktion sicherlich gut überstanden haben (auch wenn eine gerade am Blühen war und nun ein bisschen Bangen um die Blüten angesagt ist).
Dem Rest müssen wir nun die Daumen drücken.

Eine der Orchideen haben wir als Dankeschön fürs umtopfen von meiner Mutter geschenkt bekommen. Sie hat sie beim Gießen gerne vergessen, da sie in einem ungenutzten Raum hinterm Vorhang versteckt am Nordfenster stand.

Außerdem haben wir noch eine Avocado, die meine Mutter auf der Fensterbank aus einem Kern gezogen hat "eingeheimst" - und eine weitere Orchidee, aber dazu komme ich ein andermal, denn dieser Dame will ich einen eigenen Beitrag widmen - so wie allen anderen Orchideen auch...
Es ist übrigens die mit dem trockenen Wurzelwerk.

5.5.11 13:19
 


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