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Vorstellung

Hallo! =)

 Ich bin eine junge Frau, die sich seit einer ganzen Weile den orchideen verschrieben hat (untr anderem).
Angefangen hat meine Liebe zur "Königin der Pflanzen" bereits recht früh. Meine Mutter hatte immer wunderschöne Orchideen (angefangen hat es glaube ich, als der erste Orchideen-Boom hier losging; ich erinnere mich auch noch an Zeiten, zu denen es keine einzige "dekadente" Blütenpflanze im Haus gab), die regelmäßig blühten.
Aber da ich als Kind und Jugendliche eher einen schwarzen als einen grünen Daumen hatte, habe ich tunlichst die Finger von den "komplizierten" Schönheiten gelassen. Zumal es diese damals ja noch nicht für 5 Euro im Baumarkt gab, sondern nur als teure Edelpflanzen im Gartenfachmarkt.

Losgelassen hat mich die Faszination für die exotischen Pflanzen jedoch nicht, und irgendwann habe ich mir dann von meinem damaligen Freund eine Orchidee gewünscht, als er fragte, was sich so als Geschenk für mich eignet.
Und diese Orchidee habe ich dann auch bekommen.

Der Grund, wieso ich diesen Blog heute angefangen habe ist allerdings nur bedingt meine (fast einzige) Orchidee.

Ich habe mit meinem neuen Freund (der bereits ohne seine Orchideen mehr Pflanzen in der Wohnung hatte als ich in meinem bisherigen Leben zu grunde gerichtet habe) meine Liebe zu den Orchideen neu entdeckt und angefangen, mich "besser" um meine kleine zu kümmern... und mit der Pflege meiner (zu beginn noch einen und seiner vielen) Orchideen kam das Interesse.

Aber ab jetzt chronologisch und als einzelne Beiträge, damit man sich aussuchen kann, was man denn lesen möchte.

5.5.11 13:07


Kindl - Oder Pflegefehler?

Wie die Überschrift villeicht schon sagt, habe ich mein erstes Kindl mehr als Schock erlebt als als Freude. Damals war ich, was meine Zimmerpflanzen anging, noch eher im Stadium "lass sie halt machen, wenn die Blätter gelb werden gieß ich halt mal." Und die Orchidee teilte sich den Raum mit einem Pfennigbaum ,der meinen Auslandsaufenthalt mit Ersatzpflegemama nicht wirklich überstanden hat und nur noch vor sich hinkränkelte, und einer Efeutute, die vor allem aus grünem Stamm und einigen Blättern bestand, die sie in schöner Regelmäßigkeit abwarf.
Der Orchidee ging es, von allen Pflanzen, scheinbar am besten. Woran das aber lag, kann ich nicht sagen. Sie stand sehr ungünstig (Zimmer ist sehr dunkel) und gegossen habe ich sie auch nur sporadisch - mal zu viel, mal zu wenig.
Wenig verwunderlich also, dass sie nach ihrer ersten Blüte (die, mit der sie verkauft wurde) und dem Rückschnitt des vertrockneten Teils des Stängels nichts mehr tat.

Irgendwann, ich hatte schon wieder wochenlang nicht genauer hingeguckt, was die Dame macht, nur ab und an ein bisschen Wasser oder Tee in den Kübel gekippt, weil sich ja sowieso nix tat, fiel mir ein kleiner Knubbel am abgeschnittenen Stiel auf. Ein neuer Blütentrieb?

Ich war auf jeden fall sehr begeistert und schenkte der Dame wieder etwas mehr Aufmerksamkeit. Sie wurde nun regelmäßiger nass (auch wenn ich damals noch dachte, dass ich eigentlich zu wenig goss - im Nachhinein ist meine Faulheit wohl durchaus positiv zu bewerten) und nach ein bisschen gelangweilter Recherche im Internet wurde sie einmal mit Süßstoff gedüngt, was angeblich die Blütenbildung anregt.
Aber es tat und tat sich nichts.
Die Luftwurzln wurden etwas aktiver und bekamen grüne Spitzen, der Knubbel wurde etwas größer, aber ein Stängel, wie ich ihn erwartet hatte, ließ auf sich warten.

Irgendwann bemerkte ich das erste kleine Blättchen am Knubbel und prompt stellte sich Irritation bei mir ein.
Sollte da nicht ein Stängel oder eine Knospe wachsen? Aber egal. Einer Pflanze, die wächst kann es ja nicht allzu schlecht gehen. Also kümmerte ich mich nicht weiter um das Blatt und wartete gelangweilt auf den Blütenstängel, der ja jetzt jederzeit kommen müsste....
Was allerdings nicht der Fall war.
Nur die Blätter wuchsen lustig vor sich hin und verliehen meiner Orchidee ein etwas missratenes Aussehen.

Nach einem halben Jahr waren die beiden Blätter schon fingerlang und die ersten Luftwürzelchen zeigten sich. Aber von Blüten keine Spur.
Langsam nervte mich die Orchidee ziemlich, schließlich zeigte sie mir doch durch ihre nicht-Blüte, dass ich irgendetwas nicht richtig machte...
Aber mir widerstrebt es grundsätzlich, Dinge abzuschreiben, die eigentlich "noch am Leben" sind. Sonst wären sie und mein Pfennigbaum wohl auf dem Müll gelandet. Denn selbst meine Mitbwohnerin brachte ihre Orchideen regelmäßig zur Blüte, nur meine wollte nicht.

Nachdem ich die Orchidee mit ihren komischen Blättern und Wurzeln mit Ignoranz strafte (gegossen wurde trotzdem, allerdings wieder etwas unregelmäßiger) fiel mir irgendwann auf, dass aus dem Blätter-Stiel-Wurzel-Wirrwarr ein neuer Stiel wuchs.
Diesmal mit Knospen!
Endlich wieder Blüten!

Bis die Knospen sich dann geöffnet hatten ist noch eine ganze Weile vergangen, aber sie blüht auch jetzt noch (bereits seit ca 3 Wochen, trotz umtopfens und Kindl) und bildet noch eine weitere Knospe.

5.5.11 13:09


Die Häupter meiner Lieben

Nein, ich habe weder mehrfach geheiratet und die Damen vorher der Reihe nach hinrichten lassen, noch habe ich meiner Orchidee den Kopf oder die Blüten abgenommen.
Es geht vielmehr um die wunderschönen Nebenbuhlerinnen, mit denen ich mich um die Aufmerksamkeit meines Lebensgefährtens streiten muss. =)

Wie bereits in meiner Vorstellung erwähnt, hatte mein Freund im gegensatz zu mir seinen grünen Daumen bereits ordentlich zum Einsatz gebracht und seine Wohnung in ein wahres Paradis verwandelt.
Neben den typischen Zimmerpflanzen eines Beamten (Efeutute, Monstera und Grünlili), die man ja bekanntlich nur kaputt bekommt, wenn man sie mir oder einem Bock zur Pflege gibt, hat er noch eine ganze Reihe an anderen Zimmerpflanzen.
Aber an Blütenpflanzen (Grünlilien sind für mich keine Blütenpflanzen, auch wenn ihre weißen Sternchen sehr nett ausschauen) hatte er "nur" Orchideen.
Und was für eine Auswahl!
Beim ersten Betreten der Wohnung dachte ich noch, seine Exfreundin hätte ihm einfach eine Menge Pflanzen dagelassen, die sie noch abholen müsse oder ihre Pflanzen aufgrund der damit verbundenen Erinnerungen ihm überlassen.. aber nein, alles seine.
Insgesamt durfte ich schätzungsweise 7 Orchideen bewundern, von denen mindestens 3 am Blühen waren.

Inzwischen stehen in Wohn- und Schlafzimmer 9 Orchideen (2 der seinen haben leider nicht überlebt, als er ein starkes Schildlaus-Problem hatte), um die wir uns gemeinsam kümmern.
Mit dem Schildlaus-Problem fing mein echtes Interesse an den Schönheiten erst richtig an. Ich laufe immer dann zu Höchstformn auf, wenn es etwas problematischer wird.

Inzwischen haben wir nicht nur die Orchideen meines Freundes neu gepflegt, sondern auch die meiner Mutter (dazu später mehr).
Wie es unseren Orchideen so geht werde ich zukünftig häufiger einstellen. Zu finden ist dies dann, je nach Zustand, unter "Unsere Kinder", "Unsere Orchideen" o.a. =)

5.5.11 13:16


Mamas Liebling

Am Wochenende nach Ostern waren wir bei meinen Eltern zu Besuch.
Während mein Liebster sich der Pflege seines Autos widmete ging ich meiner Mutter im Haushalt zur Hand - oder wollte es zumindest tun, bis ich auf dem Weg ins nächste Stockwerk auf der Treppe einen Blick auf die Orchideen warf.
Wie schon erwähnt blühen die Orchideen meiner Mutter immer wieder und wochenlang. Doch als ich auf einem Blatt einen Wassertropfen sah, der sich beim Wegwischen als klebriger Schmier erwies, schaute ich mal nicht auf die tollen Blüten, sondern auf die Blätter.

Schildläuse.

Erst dachte ich, dass nur eine der 5 Orchideen auf der Fensterbank befallen sei, doch schnell wurde klar, dass jede einzelne auf der Fensterbank beheimatete Orchidee ein paar der Schädlinge beherrbergte.
Statt also zum Staubsauger zu greifen und in unserem Gästezimmer zu saugen, beschloss ich, meinen Freund Allergiker sein zu lassen und lieber die Orchideen zu entlausen.

Also Zahnbürste geschnappt, Eimerchen mit lauwarmem Wasser gefüllt und dann eine Orchidee nach der anderen auf die warme Terasse tragen und entlausen.
Doch schnell musste ich feststellen, dass die Läuse nicht das schlimmste waren, obwohl ich hier schon fast am verzweifeln war.
Leider habe ich keine Bilder gemacht, aber ich habe dank google einen ähnlich schlimmen Befall gefunden, wenn auch nicht an einer Orchidee (glaube ich zumindest):
http://zimmerpflanzen.ws/wp-content/uploads/2007/10/schildlaeuse.jpg

Beim Säubern der Orchideen holte ich diese natürlich aus ihren Übertöpfen heraus und stieß gleich auf das nächste Problem: bereits die zweite Orchidee bekam ich zunächst nicht aus ihrem Topf heraus!
Was war passiert?
Da die Orchideen bereits seit Jahren in ihrem kleinen Topfchen saßen, hatten sich die Wurzeln aus den Abzugslöchern geschoben. Da meine Mutter vorwiegend epiphytische Arten hat, hatten sich die Wurzeln anderen Halt gesucht und waren an der Topfwand und am Boden festgewachsen.
Schnell war der Beschluss gefasst: Aus saugen wird heute nichts mehr, wir topfen die Orchideen um!

"Schnell" also in den nächsten Gartenbaumarkt (da wollte Mama ja sowieso hin...), Orchideensubstrat, Unter- und Übertöpfe kaufen. An einem sonnigen, Gutwetter-Samstag im Frühjahr.
Nachdem wir uns durch eine schlechtsortierte Gartenbedarfhölle gequält hatten, kamen wir wieder zu Hause an und machten uns (mein Freund und ich) ans umtopfen.

Die erste Orchidee bewies bereits: die gekauften Untertöpfe waren gerade noch passend. Ein Umtopfen in 3 Jahren ist ausgeschlossen, vermutlich muss Mama (oder ich) schon im nächsten Frühjahr wieder ran.
Durch die starke verwachsung der Wurzeln untereinander und mit den Topfwänden hatte es bereits erste Wurzelschden gegeben, also die nächste schlechte Nachricht an meine Mutter, nachdem ich eine Orchidee trotz meiner Liebe zu allem, was grünt, bereits als "nicht zu retten" ausortiert hatte, da die Schildläuse nicht nur auf Blatt und Blütentrieb lustig schmausten sondern sich bereit in die Blattachseln, das Herz und die ausgebreitet hatten (doch zu dieser Orchidee gleich noch etwas mehr). Nicht alle Orchideen würden die Umtopfaktion unbeschadet überstehen, mit Verlusten musste ab jetzt fest gerechnet werden...

Doch nicht genug mit verletzten Wurzeln und Schildlausplage.
Als ich die nächste Orchidee vorsichtig aus ihrem Topf befreien wollte (die starkverlauste, bei der ich wenigstens mal "gucken" wollte, ob sie nicht doch noch irgendwie zu retten sei), hielt ich plötzlich alles an grün in der Hand, was sie zu bieten hatte. Ich hatte mich schon darüber gewundert, dass die Orchidee so luftwurzellos in ihrem Töpfchen hockte, jetzt wusste ich warum:
Das Substrat war statt eines lockeren, leicht feuchtem Matrial eine schwarze, schmierige Pampe aus zersetzter Rinde, Schaumstofffetzen und Wurzeln.
Kurzerhand landete diese Orchidee nun tatsächlich im Müll.

Auch bei 2 Weiteren Orchideen war das Substrat nicht mehr als solches zu erkennen und die Schere kam nicht zur Ruhe beim Wurzelrückschnitt.
Eine andere Orchidee wiederrum hatte außer vertrocknetem Gestrüpp nicht mehr viel in der Erde, doch auch dazu später mehr.

Die Orchideen wurden also ausgetopft, vom Substrat befreit, sofern das möglich war und genaustens auf schadhafte Stellen untersucht, um dann in neuen, etwas größeren (aber trotzdem ziemlich knapp bemessenen) Töpfen zu landen.

Drei Orchideen (von denen allerdings 2 im Gegensatz zu den anderen 9 im Erdgeschoss standen) waren Tatsächlich Laus-frei und zusätzlich auch "nur gerade so" umtopf-reif und werden die Aktion sicherlich gut überstanden haben (auch wenn eine gerade am Blühen war und nun ein bisschen Bangen um die Blüten angesagt ist).
Dem Rest müssen wir nun die Daumen drücken.

Eine der Orchideen haben wir als Dankeschön fürs umtopfen von meiner Mutter geschenkt bekommen. Sie hat sie beim Gießen gerne vergessen, da sie in einem ungenutzten Raum hinterm Vorhang versteckt am Nordfenster stand.

Außerdem haben wir noch eine Avocado, die meine Mutter auf der Fensterbank aus einem Kern gezogen hat "eingeheimst" - und eine weitere Orchidee, aber dazu komme ich ein andermal, denn dieser Dame will ich einen eigenen Beitrag widmen - so wie allen anderen Orchideen auch...
Es ist übrigens die mit dem trockenen Wurzelwerk.

5.5.11 13:19





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